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Sierra Nevada im Andalusien-Lexikon

Andalusien ist vor allem für seine Sierra Nevada bekannt, die das zentrale Gebirgsmassiv der Betischen Kordillere bildet. Hierbei handelt es sich um ein echtes mediterranes Hochgebirge, dessen höchste Erhebung der Mulhacen mit 3482 Metern ist. Zusammen mit dem Veleta, mit seinen 3394 Metern, ist der Mulhacen die höchsten Gipfel auf der Iberischen Halbinsel. Im Norden hin ist die Sierra Nevada sehr steil und felsig, während sie nach Süden hin sehr sanft abgestuft ist. Aufgrund dieser Formationen ist die Sierra Nevada ein sehr gut besuchtes Gebiet. Das Zentrum der Sierra Nevada besteht aus einem sehr harten Glimmerschiefer, weshalb hier die Flüsse keine tiefen Täler einschneiden konnten. Dafür sieht man hier aber sehr große Geröllfelder und Schutthänge. Sie entstanden aufgrund der extremen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht. So wurde immer wieder Gestein aus dem Boden gesprengt. Ebenfalls sehr interessant sind die vielen kleinen Glazialseen, die Spuren der letzen Eiszeit sind. Der östliche Teil der Sierra Nevada gehört zur Provinz Almerai und ist sehr trocken, dafür aber das schönere Gebiet für lange und ausgedehnte Wanderungen. Der Süden der Sierra Nevada wird von der Alpujarra gebildet, in der man eine einmalige Landschaft findet. Sehr interessant ist die Schlucht des Poqueira mit den Dörfern Pampaneira, Bubion und Capileira. Sowie die maurischen Dörfer Taha de Pitres und Trevelezt. Die Alpujarra ist die letzte Bastion der Mauren was man hier auch ganz deutlich erkennen kann. Die Hänge bestechen durch die schön angelegten Terrassen und sind mit Zitronen-, Orangen-, Mandel- und Maulbeerbäumen bepflanzt. Des Weiteren findet man hier viele Kastanienbäume, die von der Besieldung durch die Mauren zeugen.

Mensch und Umwelt in der Sierra Nevada

Erstmals wurde die Alpujarra im 10. Jahrhundert erwähnt, nach der Invasion der Araber. Die Bewohner hier hatten eine sehr ausgeprägt Liebe zur Freiheit, was die Aufstände in den Jahren 916 und 918 auch bestätigten. Nachdem man die Stadt Almeria gegründet hatte, wurde die Alpujarra das Zentrum des Seidenexports. So wurde die Gegend terrassiert und es wurden Maulbeerbäume angepflanzt, damit man die Seidenraum füttern konnten. Im Jahre 1228 kam es hier zu einem großen Aufstand gegen die Almohaden, nachdem die Nasriden in Granada die Herrschaft übernommen hatten. Die Alpujarras wurden in tahas genannte Verwaltungsbezirke aufgeteilt und jede Gemeinde bekam einen Turm, damit man die Bewohner bessern kontrollieren konnte. Nachdem die Christen in Sevilla gefallen waren, lebten hier viele Moslems und es siedelten sich Berber an. Durch den großen Wasservorrat in der Alpujarra konnten die Terrassen weiter ausgebaut werden und durch die guten Bedingungen der Bewässerung wuchs die Bevölkerung sehr stark an. In den folgenden Jahren entstanden sehr viele Dörfer mit einer nordafrikanischen Struktur und vor allem Architektur, die man bis heute ganz genau sehen kann. Damals lebte man überwiegend vom Seidenhandel, denn es gab viele Webstühle, die die Ortschaft zu einem Gewissen Wohlstand verhalf. Allerdings hielt der Wohlstand nicht immer an, denn im 16. Jahrhundert mussten viele Siedler Hunger leiden. Durch die Herrschaft der Berber wurde dann der Getreideanbau eingeführt, der bis heute den Hauptanteil der Landwirtschaft ausmacht. Zudem ist er der Hauptwirtschaftszweig, neben dem Tourismus und dem Anbau von Mandeln, Wein, Oliven, Bohnen, Kartoffeln und Mais. Viehhaltung wird hier nur in geringem Maße betrieben, den es gibt ein paar Schafe, Ziegen, Schweine und Kühe.

Reisetipps Sierra Nevada

In der Sierra Nevada gibt es zwei ganz unterschiedliche Seiten. Den Norden kann man am besten von Granada oder von Güejar erkunden und der Süden, die Alpujarra, erkundet man am besten von Capilerira und Trevelez aus. Der am höchsten gelegene Ort im Tal des Poqueira ist Capileira, der auch ein idealer Ausgangsort für Wanderungen ist. In der Nähe befinden sich noch die Orte Bubion und Pampaneira, die ebenfalls gute Ausgangspunkte für Wandertouren sind. Das am höchsten gelegene Dorf von Spanien ist Trevelez, des ebenfalls sehr gut als Ausgangspunkt für Wanderungen geeignet ist. Bekannt ist der Ort für seinen Schinken, denn er trocknet hier in der klaren und trockenen Gebirgsluft hervorragend. In allen Orten kann man günstige und auch teurere Unterkünfte finden. Die Hotels und Ferienhäuser sind alle sehr stilvoll eingerichtet und viele der Einheimischen können auch Deutsch sprechen, sodass sie wunderbar Auskunft über die schönsten Wanderrouten geben können. Auch an kulinarischen Köstlichkeiten kann man hier sehr viel erleben, denn es gibt unzählige Restaurants, die viele regionale Speisen anbieten. Natürlich dürfen hier auch die Tapas-Bars nicht fehlen, die es hier in einer großen Anzahl gibt. Besonders in Trevelez findet man gute Restaurants, die über eine regionaltypische Küche verfügen. Von den Terrassen der Cafes, Bars und Restaurants hat man eine sehr schöne Aussicht über das Tal des Rio Trevelez. Im mittleren Ortsteil findet man urtypische Tapas-Bars, die wunderbare Varianten der Lieblingsspeise der Spanier bieten. In jedem Fall bietet sich die Sierra Nevada für all diejenigen an, die gerne in der Natur unterwegs sind und kein Problem mit sehr vielen Wanderfreunden haben, denn in den Sommermonaten ist die Sierra Nevada sehr gut besucht.


Fotos zum Thema Andalusien finden Sie in unserer umfangreichen Fotogalerie.


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Land: Spanien
Verwaltungssitz: Sevilla
Fläche: 87268 km²
Einwohner: 8.039.399
Amtssprachen: Spanisch
Gliederung: 8 Provinzen
Telefonvorwahl: (+34)