Sierra de las Nieves im Andalusien-Lexikon

Zum Bergland von Ronda gehört unter anderem die Sierra de als Nieves, der den südöstlichen Teil dieses Gebietes ausmacht. Hier befinden sich große Kalkberge und tiefe Abgründe mit beeindruckenden Schluchten. Der Torrecilla ist mit 1919 Metern Höhe die höchste Erhebung, in der man früher Schnee gesammelt hat. Die Sierra de las Nieves macht rund 3000 Hektar aus und ist damit der größte Anteil der südspanischen Igeltannen-Wälder. Hier gibt es zudem einen sehr großen Bestand an Steinböcken. Im Jahre 1989 wurde das Kerngebiet der Sierra de las Nieves zum Naturpark erklärt. Im Jahre 1999 wurde das Gebiet weiträumig vergrößert und 1995 ernannte die UNESCO den Naturpark und seine Umgebung zum Biosphärenreservat. In der Sierra de la Nieves kann man wunderbar wandern gehen, vor allem die Nordhänge eignen sich hierzu besonders schön. Das Hauptwuchsgebiet der Igeltanne befindet sich zwischen den Orten El Burgo und Yinquera. Im Süden der Orte befindet sich die Sierra de Tolox in der es große Bestände der Portugiesischen Eiche und eine der tiefsten Höhlen der ganzen Welt gibt. Im Nordwesten liegt die Sierra Hidalga, die leider überwiegend im Privatbesitz ist und sich daher für Wanderungen nicht so gut eignet. In der Sierra de las Nieves hat der Rio Guadalevin seinen Ursprung. Dieser Fluss hat die berühmte Schlucht von Ronda im Laufe der Jahre in das Gestein geschnitten. Ein weiterer Fluss in diesem Gebiet ist der Rio El Burgo sowie der Rio Alfagura, der Rio Grande und der Rio Verde. Letzterer mündet in einen Stausee und versorgt die Costa del Sol mit Wasser.

Die Tier- und Pflanzenwelt in der Sierra de las Nieves

Die Vegetation in der Sierra de las Nieves ist sehr bemerkenswert, vor allem die vielen Bestände an Igeltannen. Oberhalb der Igeltannen-Wälder gibt es sehr alte Bestände der Portugiesischen Eiche, die eine Besonderheit dieses Naturparks sind. Am Torrecilla findet man sehr viele Wacholderbüsche sowie Sträucher aus Blauem Stachelginster, die Vella Spinosa, der Immergrüner Tragant sowie die Granada-Tragant. Teilweise reicht die Feuchtigkeit für Igeltannen und die Portugiesische Eiche nicht aus, sodass man hin und wieder Steineichenwälder findet. Allerdings sind hier von nur noch wenige Reste zu finden, denn durch die Beweidung und durch die Abholzung sind die Bestände sehr geschrumpft. Man schuf hier in der Vergangenheit viele Platz für ertragreiche Olivenhaine, sodass man nur noch an den steilen Hänge Reste der Steineichenwälder findet. Im Süden, auf den Silikatböden, in einer Höhe von 1000 bis 1600 Metern sind ebenfalls einige wenige Korkeichen zu finden. Bei Parauta befinden sich ultrabasische Gesteine, sodass auch hier Kiefernwälder vorkommen. In feuchteren Lagen wurden auf Höhen zwischen 400 und 1000 Metern auch wunderschöne Kastanienhaine angelegt, die man besonders bei Tolox und Yunquera bestaunen kann. Wo sich aufgrund von Felsen und Geröll kein Wald bilden konnte, kann man sehr beeindruckende Felsvegetationen finden. Unter den Pflanzen sind auch sehr viele, die nur hier in dieser Region vorkommen. Auch die Tierwelt ist hier sehr beeindruckenden, vor allem Steinböcke trifft man hier an. Aber auch Rehe und Wildschweine sowie die Wildkatze sind hier anzutreffen. Aufgrund der großen Bestände hat die Regierung dafür gesorgt, dass das Gebiet schon früh geschützt wurde. Die einst hier einheimischen Bären und Wölfe sind allerdings schon seit sehr vielen Jahre ausgerottet.


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